
Großübung Feuerwehr Daxberg
Zusammenstoß eines Autos mit einem Bus an der Einmündung An der Steige/Ortsstraße in Daxberg. Im Bus über 40 Insassen, im Auto zwei Personen, etliche der am Unfall Beteiligten zum Teil schwer verletzt, letztlich je ein Toter im Bus und im Auto. So lautet das Szenario einer Großübung der Freiwilligen Feuerwehr Daxberg (FFD) mit der Freiwilligen Feuerwehr Erkheim (FFE) und den Johannitern.
Bereits einige Stunden zuvor beginnen die Vorbereitungen: Die Verletzten werden realistisch geschminkt und erhalten eine Karte auf der ihre Verletzungen, wie Amputation eines Fußes und Arms, eine Bauchverletzung, Platzwunden am Kopf und Frakturen an Armen und Beinen, als Information für die Rettungskräfte notiert sind. Der Bus und der Unfall-Pkw werden in Position gebracht. Kurz vor 14 Uhr begeben sich die mitwirkenden „Schauspieler“ auf ihren Platz im Bus, vier Akteure, so die Annahme, werden aus dem Bus geschleudert und liegen daneben auf der Straße. Vergossenes Kunstblut auf der Straße deutet die schweren Verletzungen an. Gabriela Bayer, die stellvertretende Kommandantin der FFD, auf deren Anregung die Übung zustande kam, erläutert den etwa 200 Zuschauern den Ablauf.
Um 14 Uhr heult die Daxberger Sirene und kurz darauf treffen die Feuerwehrleute der FFD ein. Nach der Öffnung der Bustüren durch die Feuerwehr führt Kommandant Thomas Riedmüller eine erste Lageerkundung durch und fordert bei der Leitstelle weitere Rettungskräfte an. Die Aktiven der FFD beginnen, die Verletzten aus dem Bus zu bergen. Einige werden geführt, andere werden aus dem Bus getragen und mit der Trage zur Verletztensammelstelle gebracht, zum Teil schreien die Verunfallten vor Schmerzen. Die Feuerwehrleute versuchen beruhigend auf sie einzuwirken. Nach fünf Minuten kommt die FFE mit einem Fahrzeug zur Unterstützung. Während ein Feuerwehrmann mit einem Schlauch neben dem Auto steht, um bei einem eventuellen Brand einen notwendigen Wasserschnellangriff durchzuführen, und zwei Aktive zusätzlich mit Handfeuerlöschern bereitstehen, beginnen andere mit dem Spreizer die Türen des Pkws zu öffnen und mit der Rettungsschere das Dach abzunehmen, um die Insassen zu bergen.
Etwa eine Viertelstunde nach Beginn der Übung kündigt sich mit dem Martinshorn der erste Rettungswagen an und die Notfallsanitäter beginnen mit der Vorsichtung der Verletzten. Sie hängen ihnen eine Karte um den Hals und markieren diese je nach Schwere der Verletzung mit einem farbigen Streifen: grün bedeutet leicht verletzt und gehfähig, gelb mittelschwer verletzt und rot schwer verletzt. Die Karten sind zudem durchnummeriert, sodass die Rettungskräfte die Anzahl der Verletzten wissen. Kurz darauf erscheint der Notarzt, der die Verletzten nochmals kategorisiert. Es treffen ein weiterer Rettungswagen und je zwei Krankentransportwagen (KTW) aus Türkheim und Memmingen ein. Damit sich die Fahrzeuge nicht gegenseitig behindern, werden zwei von ihnen zum Bereitstellungsraum beim Schützenheim dirigiert. Die neben dem Unfallort aufgebaute Leitstelle ruft sie nach Bedarf ab. In der Realität kämen bei so einem großen Massenanfall von Verletzten auch Rettungshubschrauber, um diese in weiter entfernte Krankenhäuser zu fliegen, erläutert Bayer. Mit einer Drohne wird die Umgebung nach im Schockzustand davongelaufenen Verletzten abgesucht. Inzwischen werden die ersten Schwerverletzten nach ihrer Erstversorgung auf Fahrtragen zum KTW geschoben und abtransportiert.
Nach eineinhalb Stunden ist die Übung zu Ende. Je zwei Übungsbeobachter der Johanniter und der Feuerwehr beobachteten die Übung und notierten sich die Abläufe für die Nachbesprechung. Von den an der Übung beteiligten 30 Feuerwehrleuten und 20 Johannitern hofft keiner so einen Einsatz in der Realität erleben zu müssen.
zu Erkheim.Digital - Karl Michl info@erkheim.digital
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